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Neurodermitis und der Winterfuß

Neurodermitis (atopische Dermatitis) zeigt sich oft in Schüben: trockene, entzündete Haut und Juckreiz belasten den Alltag. Im Winter kommt häufig eine Extra-Herausforderung dazu: gereizte, rissige Fußsohlen durch Kälte, Heizungsluft und „Wärmestau“ in Socken und Schuhen.

Barriereschutz durch konsequente Basispflege
Winterstress erkennen: Luft, Kälte, Reibung
Winterfuß gezielt pflegen (Urea, Fett, Schutz)

Was ist Neurodermitis – und warum wird die Haut so trocken?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die typischerweise in Schüben verläuft. Die Hautbarriere ist geschwächt: Feuchtigkeit entweicht schneller, Reizstoffe dringen leichter ein. Das kann Entzündungen, Brennen und starken Juckreiz begünstigen.

Typische betroffene Hautareale
Je nach Lebensphase können unterschiedliche Stellen betroffen sein: bei Kindern oft Beugen (Ellenbogen/Knie), bei Erwachsenen häufiger Hals, Arme/Beine oder Hände. Entscheidend ist: Die Haut reagiert empfindlich und braucht einen stabilen Pflege-Rhythmus.

Häufige Trigger: Was Schübe begünstigen kann

Heizungsluft & Kälte
Stress & Schlafmangel
Häufiges, heißes Duschen
Duftstoffe/ungeeignete Pflege
Reibung (Wolle, enge Schuhe)
Infekte/Belastungen

Tipp für den Alltag: Ein kurzes „Hauttagebuch“ hilft, persönliche Auslöser zu erkennen (Wetter, Kleidung, Stress, Pflegeprodukt, Ernährung/Allergien). So wird die Pflege planbarer.

Pflege, die wirklich hilft: ein einfacher Plan

1
Sanft reinigen
Lauwarm duschen/baden, kurz halten, milde und duftstofffreie Produkte nutzen. Bei Bedarf sind rückfettende Badezusätze sinnvoll.
2
Konsequent eincremen
Lieber 2× täglich dünn als 1× sehr dick. Die Basis ist ein verlässlicher Rhythmus, auch an „guten“ Tagen.
3
Feuchtigkeit + Schutz kombinieren
Häufig bewährt: Pflege mit Glycerin und – je nach Verträglichkeit – Urea. Bei sehr trockener Haut zusätzlich höherer Fettanteil.
4
Nacht-Boost (bei Bedarf)
Bei starken trockenen Arealen kann ein Feucht-Fett-Verband helfen: erst Pflege, dann feuchter Verband, darüber trockener Verband. Das kann Juckreiz beruhigen und die Barriere stärken.
Weniger ist oft mehr: Wählen Sie Produkte ohne unnötige Duftstoffe oder reizende Zusätze. Bei empfindlicher Haut lohnt sich eine kurze Beratung zur passenden Wirkstoff-Kombination.

Der „Winterfuß“: wenn Füße im Winter besonders leiden

Im Winter treffen mehrere Faktoren zusammen: Kälte draußen, trockene Luft drinnen und stundenlanges Tragen von Socken und Schuhen. Das Mikroklima kann kippen – die Haut wird trocken, schuppig und rissig. Bei Neurodermitis entstehen an Fersen und Zehenkuppen manchmal schmerzhafte Rhagaden.

Täglich pflegen

Fußpflege mit höherem Fettanteil plus Feuchthaltefaktoren (z. B. Glycerin; Urea je nach Verträglichkeit).

Reibung reduzieren

Bequeme Schuhe, keine kratzenden Materialien. Baumwollsocken verbessern häufig das Hautklima.

Nach dem Waschen sanft

Füße gründlich, aber vorsichtig abtrocknen (auch zwischen den Zehen) – dann direkt eincremen.

Risse ernst nehmen

Bei tiefen, blutenden Rhagaden oder Entzündungszeichen frühzeitig beraten lassen – Schutz & Wundpflege sind wichtig.

Häufige Fragen (FAQ)

Warum verschlechtert sich Neurodermitis im Winter so oft?
Kälte, Wind und trockene Heizungsluft entziehen der Haut Feuchtigkeit. Gleichzeitig kommen Reibung und „Wärmestau“ durch Kleidung hinzu. Eine konsequente Basispflege ist deshalb besonders wichtig.
Ist Urea (Harnstoff) immer geeignet?
Urea kann helfen, Feuchtigkeit zu binden. Bei entzündeten oder sehr gereizten Stellen kann es aber brennen. Dann sind ureaärmere Alternativen oder andere Feuchthaltefaktoren sinnvoll – wir beraten Sie gern.
Wann sollte ich ärztlich abklären?
Wenn starke Entzündung, Nässen, Infektionszeichen, sehr schmerzhafte Risse oder anhaltende Beschwerden bestehen – oder wenn Sie sich unsicher sind.
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