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Achtung Zecken: So schützen Sie sich richtig

Sobald es wärmer wird, sind Zecken wieder aktiv. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren – und im Ernstfall zählt schnelles, korrektes Handeln.

Vorbeugen mit Kleidung & Repellent
Kontrollieren nach jedem Aufenthalt draußen
Richtig entfernen – ohne Öl & ohne Drehen

Wo Zecken lauern und wo sie am liebsten stechen

Zecken sitzen nicht auf Bäumen und fallen nicht herab – sie warten meist in Gras, Büschen, Unterholz oder am Waldrand. Beim Vorbeigehen werden sie abgestreift und suchen dann eine gut erreichbare Stelle zum Stechen.

Typische Stichstellen
Zecken bevorzugen dünne, gut durchblutete Haut: z. B. Kniekehle, Leiste, Bauchnabelbereich, Achseln, Brustbereich oder bei Kindern auch Haaransatz und Nacken.

Warum Zecken gefährlich sein können

Zecken können Krankheitserreger übertragen. Besonders bekannt sind FSME (Virus) und Borreliose (Bakterien). Nicht jeder Stich führt zu einer Infektion – dennoch lohnt sich Vorsicht, weil frühes Handeln hilft.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME wird durch Viren verursacht. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht gezielt möglich – Schutz bietet die Impfung (besonders relevant in Risikogebieten).

Borreliose

Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst. Es gibt keine Impfung, im Frühstadium lässt sich sie jedoch häufig gut antibiotisch behandeln. Achten Sie u. a. auf eine ringförmige Rötung („Wanderröte“).

Wichtig: Das Risiko sinkt, wenn eine Zecke schnell und korrekt entfernt wird. Beim FSME-Virus kann die Übertragung sehr früh passieren – deshalb ist Vorbeugung so entscheidend.

Zeckenstich vorbeugen: die besten Maßnahmen

Kleidung clever wählen
Lange Ärmel, lange Hosen – Hosenbein in die Socken. Helle Kleidung macht Zecken besser sichtbar.
Repellents verwenden
Zeckenabwehrsprays können das Risiko reduzieren. Wir beraten Sie gern zur passenden Wahl.
Körper absuchen – immer
Nach Garten, Wald oder Wiese: den ganzen Körper kontrollieren (auch Kopfhaut bei Kindern).
Haustiere mitdenken
Hunde und Katzen können Zecken ins Haus bringen – regelmäßige Kontrolle schützt alle.

Zecke entfernen: Schritt für Schritt

1
Werkzeug nutzen
Verwenden Sie eine Zeckenpinzette oder Zeckenkarte. Möglichst hautnah ansetzen.
2
Langsam und gerade ziehen
Kontrolliert herausziehen – nicht ruckartig und nicht drehen.
3
Stichstelle desinfizieren
Danach die Stelle mit einem geeigneten Desinfektionsmittel reinigen.
4
Beobachten
In den nächsten Wochen auf Veränderungen achten (Rötung, Fieber, Unwohlsein). Bei Auffälligkeiten ärztlich abklären.
Do
  • Zecke so früh wie möglich entfernen
  • Pinzette/Zeckenkarte hautnah ansetzen
  • Stichstelle desinfizieren
  • Datum notieren und Stelle beobachten
Don’t
  • Kein Öl, Klebstoff, Nagellackentferner oder Ähnliches
  • Nicht quetschen oder auspressen
  • Nicht „herausdrehen“
  • Nicht abwarten, wenn Symptome auftreten
Gut zu wissen: Manchmal bleibt ein kleiner Teil des Stechapparats in der Haut zurück. Das ist häufig unkritisch – der Körper stößt Fremdkörper oft nach und nach ab. Bei Entzündungszeichen: Arzt kontaktieren.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell sollte ich eine Zecke entfernen?
Möglichst sofort. Je früher die Zecke entfernt wird, desto besser. Das reduziert das Risiko einer Erregerübertragung.
Was ist die „Wanderröte“?
Eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung rund um die Stichstelle, die Tage bis Wochen später auftreten kann. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Wann sollte ich medizinische Hilfe suchen?
Bei Fieber, starken Beschwerden, auffälliger Rötung/Schwellung, Wanderröte oder wenn Sie unsicher sind – besonders bei Kindern, Schwangeren oder immungeschwächten Personen.
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